In Espoo, der zweitgrößten Stadt Finnlands, realisiert Tieluiska Oy eines der ehrgeizigsten öffentlichen Infrastrukturprojekte der jüngeren Zeit: den nördlichen Abschnitt der Neugestaltung des Tapiola-Sportparks. Dort entstehen Sportanlagen, Straßen, Wasserinfrastruktur, Parkplätze und Grünflächen, die zusammen ein modernes, gut zugängliches Freizeit- und Erholungszentrum für Espoo bilden.
Für die kritischen Gründungsarbeiten setzt Tieluiska auf ein bewährtes System: das ALLU Soil Improvement System mit dem PF 7+7 Pressure Feeder. Zusammen mit Säulenmischgeräten ermöglicht es eine tiefreichende Bodenstabilisierung im Trockenmischverfahren. Die Partnerschaft zwischen den beiden finnischen Unternehmen Tieluiska und ALLU Finland Oy ist über Jahrzehnte durch Baustellenerfahrung, direktes Feedback und praxisnahe Unterstützung gewachsen.

Tieluiska: Ein halbes Jahrhundert finnische Infrastruktur
Das Unternehmen Tieluiska Tikkanen & Yliniemi wurde 1974 gegründet. Den Anstoß gab der Kauf einer gebrauchten Gradall-Maschine zur Böschungsprofilierung, die in der „Helsingin Sanomat” inseriert worden war. Hinter dem jungen Unternehmen standen mehrere Vertreter der Familien Tikkanen und Yliniemi, die aus dem finnischen Eisenbahnbau kamen und bereits Erfahrung mit Gradall-Maschinen gesammelt hatten. Mehr als fünfzig Jahre später ist Tieluiska ein privat geführtes finnisches Infrastrukturunternehmen mit rund 140 Beschäftigten. Das Unternehmen ist in den Bereichen Erdarbeiten, Umweltbau, Torpanpiha®-Substratproduktion sowie Maschinen- und Ersatzteilverkauf tätig.
Etwa ein Drittel der Belegschaft arbeitet seit mehr als zehn Jahren im Unternehmen. Dadurch verfügt Tieluiska über umfassendes, gewachsenes Know-how in den Bereichen Straßenbau, Gründungen, Freizeitflächen, Wasserinfrastruktur, Parkanlagen, Massenstabilisierung und Nassansaat. Genau diese Verbindung aus Infrastruktur- und Landschaftsbauerfahrung ist im Tapiola-Sportpark gefragt.
ALLU: 40 Jahre finnische Umwelttechnik
ALLU wurde 1985 im finnischen Pennala als eines der ersten Umwelttechnikunternehmen des Landes gegründet. Das Unternehmen ist bis heute in Familienbesitz; Fertigung, Forschung und Entwicklung sowie Produktentwicklung befinden sich weiterhin in Finnland. Von dort aus ist ALLU international tätig – mit Tochtergesellschaften in Schweden, Deutschland, den USA und China sowie einem Händlernetz in mehr als 30 Ländern. Über 95 % des Umsatzes werden im Export erzielt.
Das ALLU-Portfolio umfasst Sieb- und Brechschaufeln für Bagger und Radlader sowie ein komplettes System für die Bodenverbesserung im Trockenmischverfahren: den ALLU Processor Power Mixer und den ALLU PF Pressure Feeder. Dieses Bodenverbesserungssystem kommt im Tapiola-Sportpark zum Einsatz.



Partnerschaft aus der Praxis
Tieluiska hat das ALLU-System zur Bodenstabilisierung bereits in zahlreichen Projekten mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen, Zeitplänen und Bindemittelmischungen eingesetzt. Dadurch ist die Zusammenarbeit längst mehr als eine reine Beziehung zwischen Lieferant und Auftragnehmer. Über Hunderte Arbeitstage hinweg wird das Feedback aus der Praxis immer konkreter: Wie verhält sich eine technische Schnittstelle bei -20 °C, wo sammelt sich Staub am Raupenfahrwerk und wie sieht die Bindemittelzufuhr bei nassem glazialem Geschiebemergel im Vergleich zu trockenem Sand aus?
Genau dieser Austausch macht die Partnerschaft aus: Erfahrungen aus anspruchsvollen finnischen Baustellen fließen direkt in die Weiterentwicklung der ALLU-Geräte ein. Das Ergebnis sind Lösungen, die unter realen Bedingungen funktionieren und Tieluiska helfen, öffentliche Infrastrukturprojekte zuverlässig umzusetzen.
Dieser direkte Austausch zeigt sich nicht nur in der Produktentwicklung, sondern auch im Support. Da ALLU Fertigung, Forschung und Produktentwicklung am finnischen Hauptsitz bündelt, bleiben die Fachleute, die das System entwickeln, nah an den Anwendern auf der Baustelle. Für Tieluiska ist diese Nähe seit Jahren ein verlässlicher Vorteil: Wenn ein anspruchsvolles innerstädtisches Projekt Unterstützung benötigt, kommt sie von Menschen, die die Anwendung, das System und die gemeinsame Geschichte kennen.

Das Projekt: nördlicher Abschnitt des Tapiola-Sportparks
2024 genehmigte der Technische Ausschuss der Stadt Espoo die Pläne für die Neugestaltung des nördlichen Teils des Tapiola-Sportparks. Tieluiska wurde als Hauptauftragnehmer für das 16,4 Millionen Euro schwere Paket ausgewählt. Die Arbeiten laufen von Oktober 2025 bis Oktober 2027 und umfassen:
- Neue Sporteinrichtungen: Fußballplätze, ein Mehrzweckplatz, Bewegungs- und Spielbereiche für das Quartier, eine Laufgerade sowie Beachvolleyball- und Basketballplätze.
- Straßen und Wasserinfrastruktur: die Erneuerung der Koivu-Mankkaantie, den Bau von Yhteispelintie, Yhteispelinkuja und Syöttäjänkuja sowie zwei neue Kreisverkehre.
- Parkplätze und Grünflächen: öffentliche Parkplätze, die in Park- und Grünflächen eingebunden sind. Dadurch entsteht ein zusammenhängendes, fußgängerfreundliches und gut zugängliches Areal.
Der nördliche Abschnitt ist zugleich Teil der umfassenderen Umgestaltung des Tapiola-Sportparks. Dazu gehört später auch ein separates Fußballstadion von Jatke Toimitilat mit 6.000 Plätzen nach UEFA-Kategorie 3. Der Abschnitt von Tieluiska schafft dafür die Grundlage – im wahrsten Sinne des Wortes den tragfähigen Boden, auf dem der übrige Bereich entstehen kann.
Warum die Bodenstabilisierung erforderlich war
Wie weite Teile von Espoo und der südlichen finnischen Küstenregion liegt auch Tapiola auf weichen, häufig tonreichen postglazialen Böden. Damit sich Oberflächen nicht setzen, Leitungen sich nicht verformen und das Areal über Jahrzehnte mit geringem Wartungsaufwand genutzt werden kann, benötigen Sportplätze, Verkehrsstraßen, Parkplätze und Wasserinfrastruktur einen berechenbar tragfähigen Untergrund.
Der konventionelle Ansatz wäre, den weichen Boden auszuheben, abzutransportieren und durch geeignetes Austauschmaterial zu ersetzen. Bei einem innerstädtischen Projekt mit einem Volumen von 16,4 Millionen Euro direkt neben genutzten Sporthallen, Wohnstraßen und bestehender Infrastruktur hätte das jedoch deutliche Nachteile. Es würde starken Lkw-Verkehr, hohen Entsorgungs- und Dokumentationsaufwand und zusätzliche CO₂-Emissionen durch Abtransport und angelieferte Materialien verursachen. Zudem wäre der Bauablauf von Lkw-Umläufen und der Verfügbarkeit von Zuschlagstoffen abhängig.
Tieluiska entschied sich für eine Lösung mit geringeren Auswirkungen auf das Umfeld: Der vorhandene Boden wird mit dem ALLU PF 7+7 Pressure Feeder und Säulenmischgeräten im Trockenmischverfahren direkt vor Ort stabilisiert.



So funktioniert der ALLU PF 7+7
Der ALLU PF 7+7 NextGen ist ein eigenständiges, raupenmobiles pneumatisches System zur Dosierung von Trockenbindemitteln mit zwei Tanks. Die beiden Tanks mit je 7 m³ Fassungsvermögen ermöglichen einen kontinuierlichen Betrieb: Während aus einem Tank Bindemittel zugeführt wird, kann der andere nachgefüllt werden. Das System arbeitet mit einem Druck von bis zu 10 bar (145 psi) und einer einstellbaren Förderleistung von 3 bis 15 kg pro Sekunde. Dabei kann es Bindemittel über Entfernungen von bis zu 200 Metern horizontal und bis zu 30 Meter in die Tiefe fördern. Die Steuerung erfolgt computergestützt über ALLU DAC 2.1, wobei numerische oder grafische Baustellendaten aufgezeichnet werden.
In Tapiola treiben Säulenmischgeräte ein Mischwerkzeug in den weichen Boden ein. Gleichzeitig wird Trockenbindemittel – typischerweise Kalk, Zement oder eine zementbasierte Mischung – pneumatisch durch das Gerät zugeführt und in der Tiefe in die Bodensäule eingemischt. So entsteht ein Netz stabilisierter Säulen, die als tragende Gründungselemente wirken, ohne dass ein großflächiger Bodenaushub erforderlich ist.
Warum das In-situ-Trockenmischverfahren zu Tapiola passt
Die Vorteile der Bodenstabilisierung direkt vor Ort mit dem Trockenmischsystem von ALLU sind besonders deutlich, wenn statt Aushub und Bodenaustausch auf engen, öffentlichen Baustellen im städtischen Umfeld gearbeitet wird. Tapiola ist genau ein solches Projekt.
- Kein Massentransport von weichem Boden: Der vorhandene Boden bleibt an Ort und Stelle. Es fahren keine Kipperkolonnen durch die umliegenden Wohnstraßen und es muss kein Austauschmaterial angeliefert werden. . Dadurch sinken bei der Neugestaltung eines Sportparks, der von weiterhin genutzten Anlagen umgeben ist, sowohl die Auswirkungen auf den Baubetrieb als auch die Beeinträchtigungen für die Öffentlichkeit erheblich.
- Geringerer Bindemittelverbrauch: Das Bindemittel – also Zement, Kalk oder eine entsprechende Mischung – ist bei Bodenstabilisierungs- und Sanierungsprojekten häufig der größte einzelne Kostenfaktor. Beim Trockenmischverfahren wird weniger Bindemittel benötigt als beim Nassmischverfahren oder beim Mischen mit einer Schaufel. Reale Projektdaten zeigen: Im Vergleich zum Mischen mit einer Schaufel erzielt das ALLU-Trockenmischsystem eine Bindemitteleinsparung von mindestens 30 %, unter optimalen Bedingungen sogar von bis zu 70 %. Bei einem mittelgroßen Projekt kann allein dieser Unterschied mehrere Hunderttausend Euro einsparen.
- Trockenbindemittel statt Nassmischverfahren – Präzision statt Überschuss: Beim Nassmischverfahren wird das Bindemittel zusammen mit Wasser eingebracht. Damit jede Säule die erforderliche Festigkeit erreicht, wird tendenziell überdosiert. Es wird mehr Bindemittel zugegeben, da sich die nasse Mischung weniger präzise steuern lässt. Beim PF 7+7 hingegen bringt das computergesteuerte, geschlossene pneumatische System das Trockenbindemittel exakt in der vorgesehenen Dosierung und Tiefe ein. Der geringere Bindemittelbedarf führt zu geringeren Materialkosten, weniger CO₂-Emissionen aus der Zementherstellung und gleichmäßig stabilisierten Säulen.
- Dieselbe Arbeit in einem Bruchteil der Zeit: Mit dem ALLU Soil Stabilization System kann dieselbe Stabilisierungsarbeit in bis zu einem Achtel der Zeit abgeschlossen werden, die herkömmliche Verfahren benötigen. Eine ALLU-Maschine kann bei einer vergleichbaren Massenstabilisierung zudem etwa fünf konventionelle Bagger ersetzen, wodurch sich der Arbeitsaufwand um rund 75 % reduziert. Bei einem öffentlichen Projekt mit festem Zeitplan hat Terminsicherheit einen direkten wirtschaftlichen Wert.
- Weniger Staub, weniger Maschinen, sicherere Baustelle: Beim Trockenmischverfahren mit dem geschlossenen pneumatischen System des PF 7+7 entsteht weniger Staub als bei offenen Verfahren mit Schaufelmischung. Da weniger Maschinen auf der Baustelle benötigt werden, müssen sich auch weniger Menschen in der Nähe laufender Maschinen aufhalten. Zugleich sinken der Kraftstoffverbrauch und das Verkehrsaufkommen innerhalb des Arbeitsbereichs. Das ist besonders wichtig, wenn das Projekt, wie in diesem Fall, an Sporthallen und öffentliche Wege grenzt.
- Nachweisbare Qualität, lückenlos dokumentiert: Das DAC 2.1-Steuersystem zeichnet Bindemittelzufuhr, Tiefe und Säulendaten kontinuierlich auf. So entsteht für einen kommunalen Auftraggeber wie die Stadt Espoo ein prüffähiger Nachweis, dass jede stabilisierte Säule spezifikationsgerecht hergestellt wurde. Dies unterstützt die Abnahme, Übergabe und die langfristige Wartungsdokumentation.
Das Gesamtbild
Bei Bodenstabilisierungsprojekten entscheidet häufig der Bindemittelverbrauch über die Wirtschaftlichkeit. Wenn sich der Bindemitteleinsatz um 30 bis 70 % senken lässt und der Boden gleichzeitig dieselbe oder eine bessere technische Leistungsfähigkeit erreicht, ist das der wichtigste Ansatzpunkt für wirtschaftlicheres Arbeiten. Das Trockenmischverfahren mit präziser, computergesteuerter Bindemittelzufuhr setzt genau dort an.
Das Projekt Tapiola-Sportpark zeigt einen pragmatischen finnischen Ansatz für den Bau öffentlicher Infrastruktur in dicht bebauten städtischen Räumen: vorhandenen Boden möglichst an Ort und Stelle belassen, ihn dort stabilisieren, wo es erforderlich ist, Lkw-Fahrten durch Wohngebiete minimieren, die Arbeiten dokumentieren und ein Areal übergeben, das über Jahrzehnte zuverlässig nutzbar bleibt.
Zugleich zeigt das Projekt den Wert langfristiger Industriepartnerschaften. Tieluiska, gegründet 1974, und ALLU, gegründet 1985, arbeiten bereits seit so langer Zeit zusammen, dass die heutigen Geräte teilweise vom Bedienerfeedback früherer finnischer Baustellen geprägt sind. Dieses Feedback zeigt sich in der Maschinenkonstruktion, in der schnellen Reaktionsfähigkeit des Supports und in der Sicherheit, mit der Tieluiska bei einem öffentlich sichtbaren Projekt auf In-situ-Trockenmischung setzen kann.
Langfristige Partnerschaften führen zu besseren Werkzeugen. Bessere Werkzeuge schaffen bessere Städte.

Im Video unten sehen Sie, wie diese Zusammenarbeit aus Herausforderungen bei der Bodenverbesserung praxistaugliche Lösungen macht.
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